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Kurkuma

Die Kurkuma oder Kurkume (Curcuma longa), auch Gelber Ingwer, Safran-, Gelb- oder

Gilbwurz(el), ist eine aus Südasien stammende Pflanzenart aus der Familie der

Ingwergewächse (Zingiberaceae). Sie wird in den Tropen vielfach kultiviert.

Das Rhizom ähnelt stark dem des Ingwers, hat jedoch intensiv gelbes Fleisch, das frisch

und getrocknet als Gewürz und Farbstoff verwendet wird.

Es enthält bis zu fünf Prozent

typische ätherische Öle, bis zu drei Prozent des für die gelbe Färbung verantwortlichen

Curcumins und wirkt anregend auf die Verdauung.

Kurkuma ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu einem Meter

erreicht. Es werden stark verzweigte, gelbe bis orange, zylindrische, aromatische

Rhizome als Überdauerungsorgane ausgebildet, die an den Enden Knollen entwickeln. Die

unbehaarten Blätter sind 20 bis 45 cm lang gestielt. Die grünen, eiförmigen bis

elliptischen Blattspreiten weisen eine Länge von 30 bis 45 (90) cm und eine Breite von

15 bis 18 cm auf; die an der Basis verschmälert und an der Spitze angespitzt sind.[1]

Die meist im August terminal an Pseudotrieben ausgebildeten auf einem 12 bis 20 cm

langen Blütenstandsschaft stehenden 12 bis 18 × 4 bis 9 cm großen, zylindrischen ährigen

Blütenstände enthalten viele Blüten. Die fertilen Brakteen sind blassgrün, eiförmig bis

länglich, 3 bis 5 cm groß, die Spitze ist abgestumpft. Die Brakteen des an der Spitze

des Blütenstandes befindlichen Brakteenbüschels sind abgespreizt, zugespitzt, weiß bis

grün, manchmal auch rötlich-violett gefärbt.

Den Taschen, die die fertilen Brakteen bilden, sind die Blüten entgegengesetzt. Der

weiße, 0,8 bis 1,2 cm lange Kelch ist schwach beflaumt und besteht aus drei ungleichen

gezähnten Kelchblättern. Die Krone ist blassgelb, bildet eine bis zu 3 cm lange Röhre.

Die Kronlappen sind dreieckig geformt, stark zugespitzt, der mittlere Lappen ist größer

als die beiden anderen, meist 1 bis 1,5 cm lang. Die äußeren Staminodien sind kürzer als

das Labellum. Dieses ist gelblich, mit einem gelben Band, welches in der Mitte verläuft,

verkehrt eiförmig und 1,2 bis 2 cm lang. Die Staubbeutel sind an der Basis bespornt. Der

Fruchtknoten ist leicht behaart.


Verwendung als Gewürz
Kurkumapulver

Frisch hat der Wurzelstock einen harzigen, leicht brennenden Geschmack, getrocknet

schmeckt er mildwürzig und etwas bitter – er wird vor allem gemahlen wegen seiner

Färbekraft verwendet, z. B. als wesentlicher Bestandteil von Currypulver. Kurkuma ist

dabei wesentlich preiswerter als der ebenfalls stark gelbfärbende Safran.

In Indien ist die Verwendung von Kurkuma seit 4000 Jahren belegt. Die Pflanze galt als

heilig und gehörte bereits damals zu den wichtigsten Gewürzen. In der traditionellen

indischen Heilkunst Ayurveda wird es zu den „heißen“ Gewürzen gerechnet, denen eine

reinigende und energiespendende Wirkung zugesprochen wird. Heute ist Indien das

weltgrößte Anbauland und verbraucht rund 80 % der Welternte. Während in Indien meistens

getrocknetes Kurkuma verwendet wird, ist in Südostasien, z. B. in der thailändischen

Küche, die Verwendung der frischen, geriebenen Knolle verbreitet. In der westlichen

Küche spielt Kurkuma eine untergeordnete Rolle als Bestandteil von Currypulver, als

billiger Safranersatz oder als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie, etwa für Senf

oder Teigwaren.

Kurkuma sollte dunkel und nicht zu lange gelagert werden, da die Farbe bei Licht schnell

verblasst und es an Aroma verliert.

Medizinische Wirkungen

Kurkuma wirkt anregend auf die Magensaftproduktion. Demgegenüber beschreibt die

Brockhaus-Enzyklopädie seinen Einfluss auf die Gallensäurenproduktion: „Der getrocknete

Wurzelstock der javanischen Curcuma xanthorrhiza enthält ein scharfschmeckendes

orangegelbes ätherisches Öl mit v.a. gallentreibender und die Gallenbildung fördernder

Wirkung.“

Die in einigen Curcuma-Arten enthaltenen gelben Pigmente, allen voran Curcumin, weisen

u.a. krebshemmende, antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen auf (vgl.

Mikronährstoff (Medizin)). Bei genmanipulierten Mäusen zeigte sich Curcumin wirksam

gegen Mukoviszidose, jedoch konnte dieser Effekt bisher an menschlichen Versuchspersonen

nicht wiederholt werden. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Curcumin

zum Abbau des Tumorsupressorproteins p53 beitragen und so das Wachstum von p53

kontrollierten Krebszellen fördern könnte. Diesbezüglich ist die Datenlage allerdings

keineswegs eindeutig, da in Aggarwal et al. (2005) ein Experiment beschrieben wird, bei

dem p53 in Curcumin-behandelten Brustkrebszellen zunahm. Ein wissenschaftlicher Nachweis

dieser Mechanismen an menschlichen Versuchspersonen erfolgte bisher nicht.

Curcumin hat eine krebshemmende Wirkung: Es kann Darmpolypen zurückdrängen und damit

Darmkrebs vorbeugen, wie eine Studie mit Patienten mit familiärer adenomatösen Polyposis

(bei dieser Erbkrankheit bilden sich Hunderte von Polypen im Darm, unbehandelt

entwickelt sich Darmkrebs) zeigte. Durch die Einnahme von Curcumin ging die Zahl der

Polypen um 60 Prozent zurück. Die Größe der verbliebenen Polypen reduzierte sich im

Schnitt um 50 Prozent. Außerdem kann Curcumin die Bildung und Ausbreitung von Metastasen

bei Brustkrebs hemmen. Das haben Wissenschaftler der Universität von Texas in Houston in

Experimenten mit Mäusen herausgefunden. Die aus der Gelbwurz gewonnene Substanz könnte

besonders wirksam in Kombination mit dem Wirkstoff Paclitaxel sein, einem gängigen

Mittel bei der Behandlung von Brustkrebs. Einige epidemiologische Studien zeigen zudem

ein antikanzerogenes Potential und damit eine mögliche chemopräventive Wirkung bei

Prostatakrebs.

Curcumin unterstützt offenbar auch die Knochengesundheit: Es senkt die Konzentration des

RANK-Liganden (receptor activator of nuclear factor-kappaB ligand) im Knochenmark und

hemmt die Entwicklung von Osteoklasten, die die Knochensubstanz abbauen. Curcumin

reduziert dadurch nachweislich den Knochenabbau. Außerdem wirkt es dem durch

Estrogenmangel bedingten Verlust der Knochendichte entgegen, wie eine Studie mit Mäusen

vermuten lässt.

Aufgrund eines ausgeprägten First-Pass-Effektes ist die Bioverfügbarkeit von Curcumin

gering. Shoba et al. konnte zeigen, dass sich in Kombination mit Piperin die

Bioverfügbarkeit von Curcumin beim Menschen um 2000 % steigern lässt. Der Effekt beruht

auf der Inhibition der hepatischen und intestinalen Glucuronidierung durch Piperin.

In der traditionellen Medizin Indonesiens wird Kurkuma als Hauptbestandteil von

Jamu[, den traditionellen indonesischen Heilmitteln, gegen eine Vielzahl von

Krankheiten, zur allgemeinen Stärkung des Immunsystemes sowie zur Prävention von

Infektionen und Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. In diesem Zusammenhang wird als

Nebenwirkung über eine verstärkte Neigung zu Blutungen berichtet.

Gelbwurzel als Arzneimittel

In Deutschland wurde die Gelbwurzel als Rhizoma Curcumae 1930 im Ergänzungsband 5

(Erg.-B. 5) zum DAB als pflanzliches Arzneimittel aufgenommen. In der überarbeiteten

Ausgabe 10 des DAB ist sie als Curcumae Longae Rhizoma gelistet. Der ebenfalls zum

Pflanzengenus Curcuma Linn. gehörende javanische Gelbwurz (Curcuma xanthorrhiza) Roxb.,

ist seit 1978 im DAB 8 enthalten.


Sonstige Anwendungen

Außer als Gewürz und zum Färben von Speisen fand Kurkuma bis ins 20. Jahrhundert auch

zum Färben von Papier, Firnissen und Salben beschränkte Anwendung. Mit Curcumin gelb

gefärbtes Papier (Kurkumapapier) diente in der Chemie als Indikatorpapier auf Alkalien,

von denen es in Braunrot umgefärbt wird (Umschlagspunkt bei pH = 8–9). Der

Curcumafarbstoff Curcumin wird als wichtiges Reagenz zum Nachweis von Bor in Form von

Borsäure verwendet, mit der es in saurer Lösung den roten Farbstoff Rosocyanin liefert.

Der creme- bis rosafarbene Blütenstand der Kurkumapflanze ist als exotische Komponente

in Blumenarrangements sehr dekorativ. Da er außerdem sehr lange haltbar ist, ist er seit

Neuestem in der Floristik sehr beliebt.

Durch Zugabe von 1 % – 2 % Kurkuma kann gelagertes Getreide effizient gegen

Schädlingsbefall geschützt werden.

Da Kurkuma relativ günstig ist, wird es häufig von Fälschern zum Strecken von Safran

verwendet. Die obige Reaktion mit Alkalien wie Natronlauge wird dabei zur Überprüfung

der Ware genutz.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Gudrun Neubauer

Gesund ist mein Hobby!

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