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Gänseblümchen

Das Gänseblümchen (Bellis perennis), auch „Mehrjähriges Gänseblümchen“, Maßliebchen,

Tausendschön oder schweizerisch „Margritli“ (Kleine Margerite) genannt , ist eine

Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Da es auf fast jeder

Rasenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten Pflanzenarten Mitteleuropas.


Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 4 bis

15 (2 bis 20) Zentimetern erreicht. Am kurzen, aufrechten Rhizom befinden sich

faserige Wurzeln.
Die in einer dichten Blattrosette zusammen stehenden Laubblätter sind in Blattstiel und

Blattspreite gegliedert. Der geflügelte Blattstiel ist mindestens so lang wie die

Blattspreite. Die einfache Blattspreite besitzt nur einen Mittelnerv, ist

spatelförmig bis verkehrteiförmig geformt, 6 bis 40 Millimeter lang und 4 bis 20

Millimeter breit.


Generative Merkmale
Der Blütenstand und die Blüte
Jede Blattrosette bringt von März bis November ununterbrochen aufsteigende bis

aufrechte, blattlose, meist 5 bis 15 (3 bis 20) cm  lange Blütenstandsschäfte mit

einzeln stehenden Blütenkörbchen hervor.
Was für einen Laien wie eine einzige Blüte aussieht, ist tatsächlich eine Scheinblüte

(Pseudanthium). Es handelt sich hierbei um einen körbchenförmigen Blütenstand, bestehend

aus mehr als hundert Einzelblüten. Das Körbchen richtet sich aufgrund des Heliotropismus

immer nach der Sonne und schließt sich abends sowie bei schlechtem Wetter. Die Blüten

sind – wie für Korbblütler typisch – auf der verbreiterten Sprossachse, dem so genannten

Blütenstandsboden angeordnet. Die Hüllblätter besitzen einen bewimperten Rand [2].
Randständig sind die weißen, zygomorphen, weiblichen, 4 bis 8 (bis 11) mm [2] langen

Zungenblüten in zwei Reihen angeordnet. Im Zentrum des Blütenkörbchens stehen zwischen

75 und 125 gelbe, zwittrige und trichterförmige radiärsymmetrische, 1,5 mm lange [2]

Röhrenblüten. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, einfächrigen Fruchtknoten

verwachsen.


Die Frucht
Die Früchte sind nicht wie jene einiger Arten der Korbblütengewächse mit einem Pappus

ausgestattet. Bei den 1 bis 2 mm langen Achänen  handelt es sich um gekrönte

Schließfrüchte, bei der Frucht- und Samenschale miteinander verwachsen sind. Die Samen


sind endospermlos.
Chromosomensatz
Die Chromosomenzahl beträgt 2n=18.
Fortpflanzung: Die Blütenkörbchen von Bellis perennis, welche von Februar

bis in den November hinein aufblühen, werden von Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und vor

allem Fliegen besucht. Zum Teil findet bei diesen Blütenbesuchen Fremdbestäubung statt.

Auch verhilft dies zu einer Form der Selbstbestäubung, der sogenannte Geitonogamie, d.

h. die einzelnen Blüten innerhalb eines Blütenköpfchens bestäuben sich gegenseitig. Die

Selbstbestäubung innerhalb einer Einzelblüte (Autogamie) ist fraglich, jedoch nicht

gänzlich ausgeschlossen. Die Blüten sind, wie für Korbblütler typisch, vormännlich, das

heißt, die Staubblätter sondern reife Pollen ab, wenn die in der Blüte befindlichen

Fruchtblätter noch nicht bereit für eine Bestäubung sind. Bei bestäubten Blüten

entwickelt sich aus dem Fruchtknoten ein Nüsschen, die sogenannte Achäne. Das

Gänseblümchen nutzt eine Reihe sehr unterschiedlicher Strategien zur Ausbreitung dieser

Achänen.
Typisch für Gänseblümchen ist die Verbreitung der Achänen durch den Regen. Dadurch

werden die Achänen im Umkreis der Mutterpflanze geschleudert. Eine andere

Ausbreitungsform findet durch den Wind statt (Anemochorie). Die elastischen und etwas

verlängerten Stängel werden durch Windböen bewegt und die kleinen Achänen ausgestreut.

Die Achänen werden aber auch durch Tiere verbreitet (Zoochorie), vor allem durch

Regenwürmer, Schafe und Rinder. Schließlich hilft sogar der Mensch bei der Ausbreitung

(Anthropochorie). Das Gänseblümchen vermehrt sich generativ durch Samen (Achänen) und

vegetativ.


Vorkommen
Die Gattung der Gänseblümchen besteht aus etwa 15 Arten, die ihren

Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum haben. Lediglich Bellis perennis ist aus

dieser Gattung heute auch in Mitteleuropa und Nordeuropa zu finden. Bellis perennis wird

als ein Archäophyt betrachtet, der durch Schaffung von weiträumigen Wiesen und Weiden in

vorgeschichtlicher Zeit zu einer weiten Ausbreitung nach Norden kam. Zum so häufigen

Auftreten dieser Pflanze kam es jedoch erst mit der Einführung von Rasenflächen in

Gärten und Parks. Durch den Menschen wurde diese Art später auch in Nord- und

Südamerika, längs der pazifischen Küste, auf Madeira und Neuseeland angesiedelt. Häufig

ist die Ausbreitung nicht gezielt erfolgt, sondern durch eine Verunreinigung von

Grassamen durch die Samen des Gänseblümchens – botanisch wird diese Ausbreitungsform

auch als Speirochorie bezeichnet.
Bevorzugte Standorte sind Weiden, Parkrasen und Gärten auf nährstoffreichem Untergrund,

bewachsene Bahndämme; ein regelmäßiger Schnitt ist erforderlich, da die Gräser und

Wildblumen sonst die niedrig wachsenden Gänseblümchen überwuchern. Da Bellis perennis

eine Speicherpflanze ist, überlebt sie den Winter im Schnee. Auf landwirtschaftlich

genutzten Wiesen ist sie auch Zeiger für verdichtete Böden und übernutzte Wiesen und

Weiden.


Gänseblümchen und Mensch
 
Namen
Diese weit verbreitete Pflanzenart trägt eine Reihe von volkstümlichen Namen, die

regional sehr unterschiedlich sein können. Typisch sind Angerbleamerl, Augenblümchen,

Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Mondscheinblume, Morgenblume,

Osterblume, Regenblume, Sommerröschen, Sonnenblümchen und Tausendschön. In der

Schweiz auch: Gisegeisseli, Geissemeieli, Geisseblüemli, Mülerblüemli oder

Margrittli.
Die Bezeichnung Maßliebchen ist ab dem 14. Jahrhundert als Maßleben, Maßlieben,

Maßlieblin belegt und wahrscheinlich vom mittelniederländischen matelieve ins Deutsche

entlehnt.
Carl von Linné wusste das Gänseblümchen ebenfalls zu schätzen: Bellis (lateinisch) für

schön, hübsch, perennis (lat.) für ausdauernd, mehrjährig, nannte er diese Pflanzenart.

Verwendung als Nahrungspflanze

Das Gänseblümchen wird gelegentlich als Futterpflanze genutzt. Die Blüten können auch im

Salat verwendet werden. Am besten schmecken die jungen Blättchen aus dem Inneren der

Rosette. Auch die Blüten sind essbar. Die Knospen sowie die nur halb geöffneten Blüten

schmecken angenehm nussartig, die geöffneten Blüten dagegen leicht bitter, wodurch sie

sich vorrangig als Salatbeigabe eignen. Sauer eingelegt werden Knospen manchmal als

Kapernersatz verwendet.


Verwendung als Heilpflanze
Die Röhrenblüten enthalten das Saponin Bayogenin, Ätherische Öle, Bitterstoffe,

Gerbstoffe und Schleim. Außerdem wurde in den Blüten, wie bei vielen Asteraceae,

das Apigenin-7 Glucosid Cosmosiin nachgewiesen.
Bekannt ist die blutreinigende Wirkung des Gänseblümchens, welches traditionell als

Heilmittel bei Hauterkrankungen und Leberleiden eingesetzt wird. Wegen der oben

genannten Inhaltsstoffe ist es auch entwässernd, als Frühjahrskur und als Rheumamittel

geeignet.In der Phytotherapie wird eine Tinktur aus der ganzen Pflanze,

einschließlich Wurzel verwendet.


Darstellungen
Königsgräber in Ur aus dem dritten Jahrtausend enthielten einen goldenen Kopfschmuck,

der mit Gänseblümchen verziert ist. Eine sehr alte 16-blättrige Form des

Gänseblümchens findet sich als häufigstes Element am Ištar-Tor als Zeichen Ištars.
Das Gänseblümchen kam zu ungeahntem Ruhm, als es vom französischen König Ludwig IX.

(1214–1270) zusammen mit der Lilie in sein Wappen aufgenommen wurde. Dazu ließ er sich

einen Ring mit einem geflochtenen Blütenkranz anfertigen.


Aberglaube
Das Gänseblümchen ist einer der ersten Frühlingsboten und es heißt, wer die ersten drei

Gänseblümchen im Frühjahr esse, werde das restliche Jahr von Zahnschmerzen,

Augenbeschwerden und Fieber verschont. Und wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt,

die am Johannistag mittags zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden, dem geht keine

wichtige Arbeit schief.
Verwendung findet das Gänseblümchen auch als Orakel, indem die einzelnen Blütenblätter

einer Blüte verbunden mit alternierenden Abzählreimen (etwa: ...liebt mich, liebt mich

nicht, liebt mich...) abgezupft werden.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Gudrun Neubauer

Gesund ist mein Hobby!

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